Spielsammlung Sprache

Jeder Tag im Leben eines Kindes steckt voller neuer Entdeckungen. Immer wieder öffnen sich neue Welten, und Sprache ist der Schlüssel, um diese zu erschließen. Die ersten fünf Lebensjahre sind entscheidend für die Sprachentwicklung des Kindes. Diese läuft bei allen Kindern in bestimmten Entwicklungsschritten ab, allerdings gibt es beim zeitlichen Ablauf individuelle Verschiebungen und große Spannbreiten. Beispielsweise verfügen sogenannte

„Frühstarter“ schon mit 10 Monaten über ca. 12 Wörter „Spätstarter“ dagegen beginnen erst mit 18 Monaten zu sprechen. Beides liegt vollkommen im Normalbereich, jedes Kind entwickelt sich individuell nach seinem eigenen Plan!

 

Kinder verständigen sich durch Sprechen. Vielgestaltiger sprechen Kinder dann, wenn sie mit Worten und Sätzen immer wieder experimentieren. Vier Wortarten sind für Kinder besonders wichtig:

 

Worte, die benennen, was Kinder sehen (Haus, Lampe, Onkel, usw.)

Worte, die benennen, was Kinder tun (laufen, weinen, lachen, essen, usw.)

Worte, die benennen, wie die Dinge „aussehen“ (hell, dunkel, alt, hart, neu, usw.)

Worte, die benennen, was Kinder fühlen (traurig, fröhlich, ärgerlich, usw.)

 

Es gibt einige wichtige Möglichkeiten, Kindern die Vielfältigkeit unserer Sprache näher zu bringen:

 

*Gemeinsam beobachten und dabei die Dinge und die Ereignisse benennen.

*Einfache Worte und Sätze der Kinder im Gespräch weiterführen.

*Sprachspiele, Reime und rhythmisches Sprechen und Singen fördern.

 

 

Sprachspiele bis 7 Jahre

 

1. Wörterball

 

Alle sitzen im Kreis, der Erwachsene wirft einem Kind einen Ball zu und nennt einen Oberbegriff, z.B. Getränk, Blume, Obst/ Gemüse, Möbel.

Was siehst Du ? Spielzeug usw. Der Fänger muss nun einen Namen nennen, der zum Oberbegriff passt und zurückwerfen.

Dasselbe Prinzip kann auch mit Einzahl­- Mehrzahl gespielt werden, z.B. Nuss – Nüsse, Apfel – Äpfel, Baum- Bäume.

 

2. Ich sehe was, das ihr nicht seht.

 

Ein Kind beschreibt einen Gegenstand oder eine Person. Die anderen raten, wer oder was das wohl sein könnte , z.B.

– Kleidung, die einer an hat

– Gegenstand im Raum

– Spielzeug im Raum oder im Kindergarten

– in der Schule

– auf dem Heimweg

– auf dem Spielplatz

usw.

 

 

3.Wozu

 

Alle sitzen im Kreis. Der Erwachsene zeigt einen Gegenstand, z.B. „Kochlöffel“, ein Kind beschreibt, was man damit machen kann.

Es können auch Bildkarten benutzt werden.

 

 

4.Muß wandern

 

Muss wandern, muss wandern wohl hin auf diesem grünen Platz, kommt ein lustiger Springer herein.

Schüttelt mit dem Kopf,

Rüttelt mit dem Rock,

Stampft mit dem Fuß, macht einen Gruß.

Komm wir wollen wandern gehn, die andern stille stehn. – Wiederholung

 

Anleitung: Ein Kind geht am Außenkreis entlang. Bei “ kommt ein lustiger Springer herein“ geht es in den Kreis und macht die nachfolgende

Bewegungen. Dann sucht es sich ein anderes Kind aus und sie tanzen.

 

 

5.Mundtheater

 

Spielbeschreibung: Ein Teilnehmer erzählt eine Geschichte, z.B. eine Gewitternacht auf einem Bauernhof. Die anderen Teilnehmer machen zu den einzelnen Situationen die entsprechenden Geräusche; z.B. = Eine Gewitternacht auf einem Bauernhof- es begann in der Ferne ganz leise zu donnern; der Donner wurde immer lauter und lauter usw.=

 

Anmerkung: Beim ersten Male nimmt man an besten eine Geschichte mit alltäglichem Inhalt. Es fällt der Gruppe dann leichter, die entsprechenden Geräusche zu machen. die Geräusche müssen sparsam eingesetzt werden, sonst über schreit man sich. Dieses Spiel kann auch mit 200 Kindern bei einer Großveranstaltung gespielt werden.

 

 

6.Uffi Abbi

 

Spielbeschreibung: Die Teilnehmer suchen ein Wort wie Oma, wachsweich-Torte-usw. Dann legen sich alle auf den Boden und sagen das Wort zuerst ganz leise, dann immer lauter werdend, ununterbrochen vor sich her. Mit entsprechender Lautstärke erheben sich die Teilnehmer wenn sie ganz laut sind,dann stehen sie auf Zehenspitzen und strecken ihre Arme in die Luft. Dann werden sie wieder leiser und machen sich wieder kleiner.

Das Spiel wechselt ständig zwischen laut und leise. Die Teilnehmer versuchen dabei ihre Bewegungen mit der Sprache zu koordinieren.

 

Anmerkung: Die einzelnen Teilnehmer können sich durch dieses Spiel kontrollieren und abreagieren. Dem Spielleiter wird die Möglichkeit geboten, seiner Gruppe zur Ruhe zu verhelfen.

 

 

7. Morgens früh um sechs

 

Morgens früh um sechs,

kommt die kleine Hex,

morgens früh um sieben,

schabt sie gelbe Rüben,

morgens früh um acht,

ist der Kaffee gemacht,

morgens früh um neune,

geht sie in die Scheune,

morgens früh um zehne,

holt sie Holz und Späne,

morgens früh um elf,

kocht dann bis um zwölf,

Fröschebein, Krebs und Fisch,

hurtig, Kinder, kommt zu Tisch.

 

 

 

Sprachspiele ab Grundschule

 

1.Würfel werfen

 

Alle sitzen auf ihren Stühlen, der Lehrer/in wirft einem Kind einen Würfel zu. Dieses Spiel ist ähnlich wie Wörterball, nur das der Lehrer einen Buchstaben und einen Oberbegriff vorgibt wie Namen, Berufe, Pflanzen usw. Der Fänger muss nun einen Begriff mit dem vorgegeben Buchstaben bilden und den Würfel dann dem Lehrer zurückwerfen, der dann einen neuen Buchstaben nennt.

 

 

2.Mach mal mit, mal mal mit

 

Jeder Mitspieler zeichnet einen Buchstaben in Druckschrift. Durch Zusätze soll daraus ein Bild entstehen, das den Buchstaben gut versteckt. Die anderen Zeichner raten dann.

 

Geübte Zeichner können aus Buchstaben durch Veränderungen Gegenstände, Tiere oder Personen entstehen lassen. der Cartoonist Detlef Kersten hat es uns vorgemacht. Da wird aus dem Buchstaben M eine Maus. Er hat diese Veränderungen sogar mit einem Zweizeiler erklärt:

Auf Käse ist die Maus versessen,

den könnte sie tagtäglich fressen.

Ob wir das auch so schaffen?

 

 

3.Memo-Letter

 

Die Buchstaben liegen verdeckt auf den Tisch. Der erste Spieler dreht zwei Steine um, zeigt allen die Buchstaben darunter und legt die Steine

wieder verdeckt zurück. Die Spieler merken sich deren Lage. Glaubt ein Spieler aus den Buchstaben ein Wort bilden zu können, so nennt er es

und dreht die betreffenden Steine um. Stimmt die Angabe, bekommt der Spieler pro Buchstabe einen Punkt gutgeschrieben. Stimmt es nicht, erhält er fünf Minuspunkte. Dann wird weitergespielt. Ein einmal genanntes Wort kann nicht noch einmal benutzt werden.

 

 

4.Wortsuche

 

Wieder ein Spiel für eine größere Gruppe, die gemeinsam ein Wort suchen. jeder nennt dabei nacheinander einen Buchstaben.

 

Der erste beginnt mit H, sein Wort ist z.B. „Hafen“. Der zweite denkt an „Hutmacher“ und fügt ein U hinzu. dem dritten Mitspieler fällt

“ Hundesalon“ ein und er steuert ein N bei. Der vierte muss nun aufpassen, dass er nicht mit einem D ( Hund) die Wortsuche beendet, denn dafür erhält er einen Minuspunkt. Sein Buchstabe heißt also G ( Hunger). Wer keinen Buchstaben mehr anfügen kann, notiert einen Fehlpunkt.

 

Natürlich ist auch ein Bluff möglich. So könnte z.B. der nächste Spieler ein R anfügen, ohne ein passendes Wort zu kennen. Wenn der folgende mit I (hungrig) weitermacht, passiert nichts. andererseits darf jeder Spieler nachfragen, um dies zu überprüfen. War es ein Bluff, erhält der Spieler den Punkt, wenn nicht, der Fragesteller. Nach fünf Minuspunkten scheidet ein Spieler aus.

 

Ihr könnt in diesem Spiel auch erlauben, dass Buchstaben vor das Wort gesetzt werden. Ganz schwierig wird es, wenn die Buchstaben beliebig umgestellt werden dürfen. So könnte aus unserem Wort noch ein “ Schneehuhngrill“ werden. Zur Sicherheit sollten dann die genannten Buchstaben aber mitgeschrieben werden.

 

 

5.Galgenmännchen

 

Der Lehrer/in oder ein Schüler geht an die Tafel und macht so viele Querstriche wie er es für sein erdachtes Wort benötigt. Anfänger fangen mit Wörter an die nur vier bis fünf Buchstaben haben. Mann kann sich steigern und Wörter nehmen die mit zwölf Buchstaben geschrieben werden oder mehr. Die Kinder raten nacheinander einen Buchstaben. Wird ein Buchstabe genannt der in dem Wort vorkommt schreibt der Spieler an der Tafel ihn auf. Wird ein Buchstabe genannt der nicht in dem Wort vorkommt, so zeichnet der Spieler einen Strich an. Der Spieler versucht ein Galgenmännchen zu zeichnen das aus zehn Strichen besteht. Schafft er das so hat er gewonnen und die Teilnehmer haben verloren.

 

 

6.Stadt, Land, Fluss

 

Die Spieler benötigen jeweils ein Blatt und einen Stift. Am besten eignet sich ein DIN A4 Blatt, das sie waagerecht vor sich hinlegen. Nun schreiben sie nacheinander Stadt, Land, Fluss, Name, Farbe, Tiere, Pflanzen usw. auf. Sie können auch andere Oberbegriffe zufügen oder weglassen. Nun sagt ein Teilnehmer im stillen das Alphabet auf. Ein anderer Spieler ruft stopp. Der Spieler der das Alphabet aufgesagt hat nennt den anderen den Buchstaben bei dem er stehen geblieben ist. Die Spieler machen sich dann unverzüglich daran auf ihr Blatt auszufüllen.

z.B. A, Augsburg, Algerien, Alster, Alex, Apricot Aal, Ahornbaum. Der Spieler der zuerst fertig ist ruft stopp, und alle müssen ihre Stifte weglegen. Nun wird zusammen gezählt. 0 Punkte wenn man keinen Begriff hat. 10 Punkte wenn mehrere denselben Begriff haben. 20 Punkte wenn einer einen Begriff hat den die anderen nicht haben. Wenn das Blatt voll ist, ist das Spiel zu ende und es wird zusammengezählt. Der der die meisten Punkte hat ist der Sieger.

 

 

7.ABC-Geschichten

 

 

Dazu benötigt man Zeitungen, Papier und Bleistifte.

Die Teilnehmer bilden Kleingruppen. Sie erhalten 26 Worte, die mit den Anfangsbuchstaben des Alphabets anfangen. Nun haben Sie 10 Minuten Zeit, daraus eine Geschichte herzustellen. Es dürfen keine fremden Worte verwendet werden. Die einzelnen Worte können jedoch mehrmals verwendet werden. Die Gruppe, die die meisten Worte verwenden konnte, ist Sieger.

 

 

 

 

Reime und kleine Spiellieder

 

 

 

1.Zeigt her eure Füße

 

Die Erzieherin singt und macht den Kindern die Bewegungen vor und die Kinder machen mit.

 

Refrain: Zeigt her eure Füße, zeigt her eure Schuh

und schaut den fleißigen Waschfrauen zu.

 

Sie waschen, sie waschen, sie waschen

den ganzen Tag.

 

Refrain

 

Sie wringen, sie wringen, sie wringen

den ganzen Tag.

 

Refrain

 

Sie bügeln, sie bügeln, sie bügeln

den ganzen Tag.

 

Refrain

 

Sie schlafen, sie schlafen, sie schlafen

den ganzen Tag.

 

 

2.Beim Treppensteigen

 

1,2, Polizei! 3,4,Offizier! 5,6, alte Hex! 7,8, gute Nacht! 9,10, lasst uns gehn.

 

 

3.Brüderchen komm Tanz mir!

 

*Brüderchen komm Tanz mit mir, beide Hände

reich ich dir, einmal hin, einmal her, rings

herum das ist nicht schwer. – Wiederholen

 

*Mit dem Köpfchen nick, Nick, Nick, mit dem

Finger tick, dick, dick, einmal hin einmal her

rings herum das ist nicht schwer. – Wiederholen

 

*Mit den Füßen trapp, trapp ,trapp, mit den

Händen klapp, klapp, klapp, einmal hin,

einmal her, rings herum das ist nicht schwer. – Wiederholen

 

*Ei,das hast du schön gemacht, ei das hätt ich

nicht gedacht, einmal hin, einmal her,

rundherum das ist nicht schwer. -wiederholen

 

 

4.Traktorgeknatter

 

Ein Traktor kommt um die Ecke gerattert.

Man kennt ihn gleich, wie er klappert

und knattert

und rüttelt und ruckelt,

und zittert und knackt,

und schüttelt und zuckelt

und stottert im Takt –

bis unter die Brücke zum dicken Bagger

wackelt der Traktor mit taketa-taka

taketa-taka, taketa-pff

take-pff

take-aus!

Dann geht der Traktorfahrer nach Haus.

 

 

5. Ein Baum

 

Zu fällen einen schönen Baum,

braucht`s eine halbe Stunde kaum.

Zu wachsen, bis man ihn bewundert,

brauche es, bedenke es, ein Jahrhundert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Über Wolfgang Bort

Mitarbeiter der Spielwerkstatt Rhinozeros betreibt im Essener Unperfekthaus eine Kinder Kultur Werkstatt
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