Spieltreff – Ideen zu Gestaltung von Angeboten für Kinder und Jugendliche

Spielwerkstatt Rhinozeros

Eine Konzeption für niederschwellige Angebote in der offenen Kinderarbeit:

Spieltreff

 Was ist ein Spieltreff ? 

Ein Spieltreff ist gedacht als “niederschwelliges” Angebot. Kinder können ohne Vorleistungen leicht hineinkommen, sie können ebenso unproblematisch den Spieltreff wieder verlassen. Spieltreffs haben in den Augen der Kinder einen hohen “Freizeitcharakter” im Gegensatz zu “Lernstuben”, “Nachhilfezentren”, Kinderhorten. Sie unterscheiden sich von Schule, Verein, Hort, Musikschule, Ballettstudio, Familie usw. durch Freiwilligkeit, geringe Leistungsanforde­rung, durch selbstbestimmte Zeitstrukturierung.

Angesprochen werden Kinder aller Kulturen, verschiedener Milieus. Angestrebt wird eine regel­mäßige Besuchszahl von 20 bis 40 Kindern beiderlei Geschlechts. Um die noch eingeschränkte Mobilität der Kinder zu berücksichtigen, werden die Spieltreffs “vor Ort” leicht erreichbar einge­richtet. Angestrebt ist ein flächendeckendes Angebot. Der erste Abschnitt wird mit drei Spiel­treffs gestartet.

Wann öffnen Spieltreffs?

Um eine kontinuierliche Etablierung der Spieltreffs zu gewährleisten, sind die Öffnungszeiten beständig und verläßlich. Sie öffnen regelmäßig dann, wenn die Kinder die Möglichkeit zum Besuch haben. Günstig sind wochentags von 16.00 – 18.00 Uhr Öffnungszeiten:Sa. – So. von 15.00 – 18.00 Uhr

In den Zeiten Juni bis August sollte eine längere Sommerpause angesiedelt sein. Die Spieltreffs sind eine “Schlechtwetterveranstaltung”. Nach einer längeren Pause sollte durch besondere Werbeaktivitäten wieder auf das Angebot aufmerksam gemacht werden. Es ist während der “Spieltreffzeit” nicht notwendig, täglich zu öffnen. Drei- bis viermal in der Woche sollte ein Spieltreff geöffnet sein. Schließungen wegen Ferien oder Feiertagen sind mög­lichst zu vermeiden, gerade dann gibt es beim Besucherkreis einen erhöhten Bedarf.

Wie sollten Spieltreffs räumlich gestaltet sein?

Die Spieltreffs sollten für Kinder gut zugänglich sein: Außengestaltung–Ortsmitte (Vorortmitte) ebenerdig–keine längeren Zugänge (z. B. verwinkelte Wege) keine Hinterhöfe –gut ausgeleuchtet –wenig “Hürden” (verschlossene Türen, Hausmeister)–möglichst mit Einblicken und Ausblicken (Fenster) –für Kinder einladend (Logo, Blickfang, kurze Aufenthalte sind möglich: Bank, Mäuerchen)–speziell für Mädchen sollte auf einen “angstfreien” Zugang geachtet werden.–Lage und Zugänglichkeit wäre mit einer Eisdiele vergleichbar Außengestaltung –

Ortsmitte (Vorortmitte) ebenerdig, –keine längeren Zugänge (z. B. verwinkelte Wege) keine Hinterhöfe –gut ausgeleuchtet –wenig “Hürden” (verschlossene Türen, Hausmeister)–möglichst mit Einblicken und Ausblicken (Fenster) – für Kinder einladend (Logo, Blickfang, kurze Aufenthalte sind möglich: Bank, Mauerchen)–speziell für Mädchen sollte auf einen “angstfreien” Zugang geachtet werden.

Die Lage und Zugänglichkeit wäre mit einer Eisdiele vergleichbar In den Spieltreffs sollte störungsfrei gespielt werden können (Straßenlärm, ungebetene Zuschauer, Besucher mit anderen Interessen usw.In den Spieltreffs sollte störungsfrei gespielt werden können (Straßenlärm, ungebetene Zuschauer, Besucher mit anderen Interessen usw.). Innengestaltung:–

Die angestrebte Kinderbesuchsanzahl hat einen Raumbedarf von etwa 1 – 2 Klassenzimmern.–

Da häufig Kleingruppen (3 – 8 Kinder) entstehen, sind 5 – 10 Tische (80 x 80 oder 70 x 70 cm) und entsprechende Stühle nötig (einige wenige Tische können auch rund oder sechs­eckig sein). Es ist darauf zu achten, daß die Tische gut kombinierbar sind.–Die Tische sollten recht schwer (standfest) sein, die Tischoberfläche strapazierfähig, aber nicht zu glatt; runde Kanten sind besonders wichtig.–Die Stühle sollten störungsfrei zugänglich sein (Zwischenräume sind notwendig). Bänke sollten vermieden werden.–Tische und Stühle sollten variabel sein, um verschiedene Kombinationen zu ermöglichen.– Die Beleuchtung sollten den Tischen “folgen” können (Spots, Halogenstrahler von oben). Zu vermeiden ist Neonlicht. Das Licht sollte in kleinen Einheiten schaltbar sein (Stichwort: Lichtinseln). Sonnenlicht sollte steuerbar sein (Rollos).–Variable Paravents können zusätzlich als Raumteiler eingesetzt werden.–Spiegel und Aussparungen sorgen für Ein- und Ausblicke.–Die Eingangstür sollte von den meisten Spieltischen einsehbar sein.–Falls genügend Platz vorhanden ist, könnte ein kleines Ruhesofa nützlich sein.–Wände haben die Funktion: Dekoration – Information – Spielfläche – Lager – Schaulager–Spielflächen an der Wand sind aus Stahlblech (z. B. Lochblech). Mit Magneten können wechselnde Spielpläne aus Papier angebracht werden. Mit Magnetspielsteinen wird gespielt. Dies ist günstig bei Platzmangel oder bei größeren Gruppen.–Informationen an der Wand beinhalten z. B. Spiel der Woche, Fotos, Listen, Regeln für Be­sucherkinder, andere Angebote. Alle Informationen sollten plakativ gestaltet sein und auf geeignete mobile Bildträger aufgebracht werden. Eine eventuelle Mehrfachnutzung des Raumes sollte nicht behindert werden.–Die Dekoration unterstützt sparsam die gepflegte Atmosphäre des Raumes. Mischfarben an den Wänden sollten besonders vermieden werden. Ein gebrochenes Weiß als Wandfarbe ist empfehlenswert. Markante bauliche Teile können durch sparsame kräftige Farbgebung her­vorgeho­ben werden (z. B. Rahmen, Absätze, Deckenträger, Pfeile usw.).Ein farbiges Leitsystem kann deutlich, aber nicht großflächig eingesetzt, zusätzlich zur Orientierung nützlich sein. Auf keinen Fall sollte der Spieltreff zu bunt oder cremefarben gestaltet werden.–Zusätzliche Dekorationselemente sind Pflanzen (wo sie keinen Platz wegnehmen), Ornamente, Spiegel, eventuell dreidimensionale Dekoelemente einsetzen (Kugeln etc.).–Die Farben und Formen des Logos sollten sich auch im Spieltreff wiederfinden–Das Schaulager (Ständer, kleines Wandregal) dient dazu, den Kindern besondere Spiele zu präsentieren.–Die Spiele und alle anderen Materialien des Spieltreffs sollten in einem geräumigen Schrank abschließbar gelagert werden. Bei der Lagerung der Spiele ist darauf zu achten, nicht zu hohe Stapel entstehen zu lassen, damit sie besser entnommen, sortiert und eingeräumt wer­den können (Zwischenbretter).–Jacken und Taschen der Kinder brauchen eine angemessene, gut strukturierte Garderobe.–Der Spieltreff wird besucht von Kindern, die sich häufig noch durch Bewegungsdrang auszeichnen. Dies birgt, besonders bei hoher Besucherdichte, ein Potential an Unfallhäufigkeit, Streitmöglichkeit und Ablenkung. Es gibt viele neuralgische Punkte:–Scharfe Kanten an Möbeln, Mauerwerk, Türen, Heizungen etc. weitestgehend abrunden.–Ein-/Ausgänge gut passierbar machen.–Stolperstufen genauer markieren.–Fehlende Abstellmöglichkeiten für leere Spielkisten.– Zu kleine Abfallbehälter. Zu wenig und zu enge Garderoben. Weiter zum Konzept gehören: Spieleauswahl, Auswahl und Ausbildung der MitarbeiterInnen. Die folgenden Seiten machen den aktuellen Schwerpunkt der grundsätzlichen Überlegungen deutlich.  Es geht darum über einen Blick in die Vergangenheit zukünftige Perspektiven  für die Gestaltung von pädagogischen Räumen zu bekommen.

Spielwerkstatt Rhinozeros – Wolfgang Bort   Essen   

Tel.   0174 73 54 34 7
http://www.kulturorte.de/  

www.kultur-kinder.de

Email: wolfgang.bort@web.de
Rhinozeros im Unperfekthaus
Friedrich Ebertstr.18-20

45127 Essen Mitte

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Über Wolfgang Bort

Mitarbeiter der Spielwerkstatt Rhinozeros betreibt im Essener Unperfekthaus eine Kinder Kultur Werkstatt
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