Spiele – Gruppen anleiten vorstellen Spielleitung – praxisnah

Spielleitung

Dieser kleine Text ist kein spielpädagogisches Seminar, sondern eine kleine Sammlung praxisbezogener Tipps. Diese sind besonders für die Begleiterinnen gedacht, die keine alten Hasen sind, sondern mit dieser Tätigkeit beginnen. Die Antworten auf die folgenden Fragen sollen der Spielleitung in der konkreten Situation helfen etwas sicherer zu werden.

Wie bereite ich mich vor?

Du solltest einige (20 bis 30) verschiedenartige Spiele für verschiedene TeilnehmerInnen auswendig kennen. Das dazu gehörige Material hast du in einem originellen, leicht transportablen Behältnis (Koffer, Kiste, Sack usw.) immer dabei.

Deine persönliche Spielsammlung hast du in kleine Spielketten geordnet, die einen Namen haben und eine kleine Geschichte beinhalten.

Wähle einen Spielort aus, der wenig störungsanfällig ist, Ablenkung macht allen das Spielen schwer.

Wie motiviere ich?

Um miteinander zu spielen, sind freundliche und anregende Gefühle wichtig, ohne sie glückt kaum ein Spiel, dies gilt selbstverständlich auch für die Spielleitung. Traue den TeilnehmerInnen etwas zu, habe Zeit für sie, sei gelassen. Vermeide Äußerungen, die befehlen, bewerten, beschimpfen, lächerlich machen, ironisieren.

Beim Spiel kommt es zu außergewöhnlichen Erlebnissen. Die TeilnehmerInnen erfahren Neues und erproben sich und andere. Solche Erwartungen solltet ihr wecken und unterstützen.

Macht die TeilnehmerInnen neugierig, durch Verkleidungen, besondere Äußerungen, Geschichten usw..

Gib Kostproben, Beispiele und vorgespielte Einblicke, nicht nur reden, sondern vorhandeln. Verwendet  bekannte und vertraute Beispiele, Namen und Situationen. Beziehe frühere Spiele  mit ein.

Es gibt in der Freizeit eine große Zahl von Tätigkeiten und Ereignissen, die die Anziehungskraft des Spiels verringern. Die Spielleitung sollte sich darauf einstellen, dass anderes auch Spaß machen kann.

Durch die Spiele können  auch negative Gefühle geweckt werden: Angst vor Blamage, Furcht vor Verletzungen, Unsicherheit bei neuen ungewöhnlichen Verhaltensweisen, der Eindruck falsch bewertet zu werden, Angst vor Körperkontakten USW….  Werden solche negativen Auswirkungen zu ungünstigen Erwartungen, ziehen sich die TeilnehmerInnen zurück oder blocken ab. Manchmal geschieht dies nicht offen. Als Spielleitung sollte man negative Gefühle nicht zusätzlich provozieren, sondern tunlichst vermeiden.

Wie wähle ich Spiele aus?

Wähle unter den Spielen aus, die du kennst und selbst einmal ausprobiert hast. Bevorzuge die Spiele, die dir selbst auch gefallen.

Wähle wenigstens doppelt so viele aus, wie du einsetzen möchtest. Vermeide starke Wettkampf- und Blamagespiele.

Wie leite ich eine Spielgruppe?

Es ist durchaus üblich, dass  nicht alles glückt, probiere ein anderes Spiel aus. Falls du, um des Spiels willen zuviel disziplinieren musst, nimm dich zurück. Wenn keiner mehr zuhören will, schweige. Ziehe dich ohne Groll zurück.

Wenn die TeilnehmerInnen deine Vorschläge und Anregungen verändern, lass ihnen diese Gelegenheit. Oft haben sie angemessenere Ideen.

Betrachte den Wunsch nach Wiederholung als Anerkennung, aber nicht als Aufforderung, unentwegt die Rolle der Spielleitung zu übernehmen. Erkläre die Spiele handelnd, nicht allein durch Worte. Beschreibe die Spielregeln deutlich. Errege Aufmerksamkeit durch Überraschungen und Außergewöhnliches, nicht durch Druck und Strafandrohung.

TeilnehmerInnen, die nicht mitspielen, brauchen meistens keine besondere Behandlung. Störende oder passive TeilnehmerInnen möchten sehr häufig ein anderes Programm.

Nach einigen Spielen (3-7) setze einen eindeutigen Schlusspunkt. Erhole Dich und beginne nach einiger Zeit von vorn oder mit einer anderen Spielkette

Was muss ich bei größeren Gruppen beachten?

10 Regeln für Spielleitungen in Großgruppen ab 30 TeilnehmerInnen.

1. Alle sollen dich verstehen und sehen. ( Laute deutliche Sprache evtl. verstärken, Kostüm, evtl. Podest

2. Nicht alle müssen mitmachen(spielbereite TeilnehmerInnen und Begleiterinnen machen mit und regen an, wer nicht mitspielt sollte nicht verurteilt werden.

3. Stell dich auf Fluktuation ein ( Spiele so aus wählen, dass TeilnehmerInnen ein -–und aussteigen können.

4. Behalte den Überblick ( nicht mitspielen, alle Grüppchen im Auge behalten, Spielanweisungen vom gleichen Platz, Helfer einsetzen, Material übersichtlich ordnen, Kurzbefragung in der Pause.

5. Untergruppen koordinieren ( klare Signale, Zeiten klären, Zusatztätigkeiten festlegen.

6. Sicher auftreten (auf die eigene Körpersprache achten, von den Spielen überzeugt sein, Gelassenheit.

7. Besonderheiten der Gruppe und der Umgebung beachten (Gewohnheiten, Vorlieben, Erwartungen der TeilnehmerInnen, Lichtverhältnisse, Boden, Temperatur, Unfallgefahrenpunkte.

8. Wertschätzung gegenüber der Spielgruppe äußern ( Verständnis, Geduld, Freundlichkeit, keine Drohungen.

9.Selbstständigkeit anregen und organisieren (Untergruppen bilden, Vorschläge aufnehmen.).

1o. Regeln abwechslungsreich und anschaulich darstellen (optisch und akustisch, beides zusammen

Kurse für Spielleitungen:

Spielwerkstatt Rhinozeros – Wolfgang Bort   Essen
http://www.kulturorte.de/   www.kultur-kinder.de  Email: wolfgang.bort@web.de

Rhinozeros im Unperfekthaus
Friedrich Ebertstr.18-20

45127 Essen Mitte

Viele Aktivitäten  der Spielwerlstatt   Rhinozeros sind filmisch dokumentiert: https://www.youtube.com/user/Rhinocanal

Beruflich vernetzen: https://www.xing.com/profiles/Wolfgang_Bort

Aktuelle Informationen mit vielen Bildern und Tipps:

Gesichtsbuch: https://www.facebook.com/spielwerkstatt.rhinozeros

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Über Wolfgang Bort

Mitarbeiter der Spielwerkstatt Rhinozeros betreibt im Essener Unperfekthaus eine Kinder Kultur Werkstatt
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