Auffälliges Verhalten – Aggressivität – Außenseiter in der Gruppenarbeit

Aggressivität

Kinder ärgern und prügeln und streiten sich. Kinder verspotten andere, sie denken sich Gemeinheiten aus und freuen sich, wenn es ihnen gelingt, andere zu blamieren. Kinder verderben den anderen den Spaß. Sie randalieren und zerstören.

Für derartigen Handlungen haben  wir Worte wie rücksichtslos, angriffslustig, gewalttätig, gemein. Noch vielschichtiger, schillernder und geheimnisvoller beschreiben einige Menschen diese Kinderaktivitäten mit einem dem „klugen“ Begriff : „Aggression“.

Es gibt mehrere Versuche das aggressive Verhalten der Kinder zu erklären:

  1. Es ist ein angeborener Trieb um die Gattung Mensch zu erhalten, ein gesunder Schutz zu überleben. Die Probleme ergeben sich heute durch die Enge der Zivilisation. Dem Menschen fehlen immer mehr „natürliche“ Feinde.
  2. Kinder werden aus Enttäuschung aggressiv, ihnen wird versagt etwas bestimmtes zu tun oder etwas bestimmtes zu bekommen, z.B. Anerkennung, Bewegung, tolle Kleidung,Videospiele u.s.w..
  3. Das aggressive Verhalten der Kinder wird gelernt. Kinder ahmen das erfolgreiche Verhalten der Menschen in ihrer Umgebung oder durch die Medien vermittelt nach.

Besonders die letzte Erklärung ist sehr hilfreich für Freizeitleitungen um Aggressivität zu verringern:

  • Gewalt und Macht sind keine brauchbaren Vorbilder für Kinder. Durch Bestrafungen werden Kinder in ihrem aggressiven Verhalten bestärkt
  • Wettbewerb, gut- weniger gut- schlecht, solche Vergleiche sollten in den Programmen der Freizeitleitungen nicht so häufig vorkommen.
  • Ärgerliche Gefühle entstehen oft aus Mißverständnissen. Freizeitleitungen sollten mithelfen, diese Mißverständnisse aufzulösen. Programme die ärgerliche Gefühle auslösen oder „hoch schaukeln“ sind nicht sinnvoll.
  • Kinder sollten auch streiten lernen ohne andere zu demütigen.
  • Mangelndes Selbstbewußtsein und die Hilflosigkeit sich anders auszudrücken verleitet Kinder zu aggressiven Handlungen. Wer den Kindern hilft, selbstbewußter und kommunikativer zu werden, verringert Aggressionen.
  • Es gibt berechtigte Benachteiligungen z.B. zuwenig angemessene Bewegungsmöglichkeiten, zu viele Regeln, unangemessene Freizeitprogramme, Langeweile. Freizeitleitungen können dort viel verändern.

Außenseiter

In einigen Situationen verhalten sich manche Kinder so, wie die anderen es nicht für richtig halten. Sie „tanzen aus der Reihe“. Solche Verhaltensweisen sind z.B.:

Viel Streiten und Gewalt anwenden, unangemessen häufig den Clown machen, Hilflosigkeit vorspielen, alles erklären und kommentieren, sich um alles kümmern – alles regeln wollen, sich sehr häufig zurückziehen, viel allein sein, Probleme besonders ungeschickt lösen, viel weinen – traurig sein, Einnässen, Behinderungen, Krankheiten, Eigenarten besonders hervorheben, wenig Verantwortung oder Aktivitäten mit tragen wollen, bei jeder Gelegenheit im Mittelpunkt stehen wollen, zerstören, stehlen, petzen u.s.w..

Worauf sollte die Freizeitleitung achten:

  • Die Verhaltensweisen sind von den jeweiligen Situationen abhängig. Ein Kind, welches sich in der Freizeitgruppe häufig zurückzieht, ist nicht überall ein „Mauerblümchen“. Das Leben in der Freizeitgruppe trägt dazu bei, daß sich Kinder als Außenseiter verhalten.

Also: Nicht Eigenschaften – sondern gelernte „Antworten“ auf die Umgebung.

  • „Nicht normale“ Verhaltensweisen sind erst einmal in den Köpfen der anderen außergewöhnlich. Freizeitleitungen und die Kindergruppe haben Erwartungen, wie man sich gefälligst zu verhalten hat, welche Rolle man spielt. Weicht das Kind besonders stark von den Erwartungen ab, wird es zum Außenseiter.

Also: Außenseiter entstehen in den Köpfen der anderen Mitmenschen

  • Ein Kind ändert seine Außenseiterrolle nicht dadurch, daß es darum weiss. Manchmal verspricht es sich besondere Vorzüge (Belohnungen) dadurch oder eine Änderung des Verhaltens ist für das Kind zu schwer.

Also: Außenseiter wollen oder können oft ihr Verhalten nicht ändern

Häufig ist das Verhalten der Freizeitleitung Vorbild für die anderen Kinder. Die Kluft zwischen Außenseiter und Kindern sollte durch eine „Sonderbehandlung“ nicht noch vertieft werden. Hilfreich für Außenseiter ist es, vorsichtig zu neuen Verhaltensweisen ermutigen, die aus der Isolation heraushelfen.

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Über Wolfgang Bort

Mitarbeiter der Spielwerkstatt Rhinozeros betreibt im Essener Unperfekthaus eine Kinder Kultur Werkstatt
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