Theater Theatergruppenarbeit – Einführung 1. Teil

Einführende Aussagen zum Thema Theater mitGruppen.

Spielen vor Publikum Alle Menschen können Theater spielen. Sie wissen, dass ihr Spiel ein „So tun – als ob“ ist. In dieser Scheinrealität anerkennen sie auch den Zuschauer in seiner distanzierten Rolle als Betrachter des Spiels.  Sie springen in ihre Rolle hinein und wieder heraus, wie es ihnen beliebt. Es geschieht dies auf der Bühne oder im „richtigen“ Leben. Manchmal hilft hier die Regel, wer auf der Bühne steht, der spielt Theater. Theaterspiel ist eine künstliche Welt, das weis doch jedes Kind. Nur im Spiel vergessen wir manchmal, dass andere dabei beobachten sollen und wollen.Damit das Publikum besser beobachten kann, werden die SpielerInnen oft künstliche, nicht natürliche Verhaltensweisen an den Tag legen, z. B.: beim Gespräch schaut man sich an, beim Gespräch auf der Bühne schaut man oft dabei ins Publikum, um die Gefühle den Zuschauern besser zeigen zu können, oder man steht beim Gespräch auf, bezieht andere Positionen als üblich. Beim Theaterspiel haben wir mit künstlichen Verhaltensweisen immer etwas Schwierigkeiten wir müssen unsere Verhaltensgewohnheiten umzustellen. Bei diesem Problem hilft ein genaues Stellungsspiel auf der Bühne und ein zuschauerfreundliches Arrangement der Bühnenteile. Grundsätzlich lassen sich das disziplinierte Verbleiben in der Rolle und das etwas künstliche Schauspiel nicht erzwingen oder antrainieren! Als Spielleitung und Zuschauer muss man damit leben. Für die Zuschauer ergibt sich daraus oft Situationskomik.

Regie und Probenarbeit Die zentrale Aufgabe der Spielleitung ist, die Spielgruppe auf eine Theateraufführung vorzubereiten. Dies geschieht, in aller Regel, durch Einübung (Probe)der Aufführung. Zu lange Proben sind keine Garantie für eine gute Theateraufführung sind. Zu vermeiden sind besonders Proben mit vorher auswendig gelernten Texten. Nun einige kurzgefasste Anregungen für die Praxis:

Von Anfang an Spielen Lange Erläuterungen, Erklärungen, Einführungen behindern die Spielfreude der SpielerInnen. Die eigene persönliche Spielerfahrung der Spielleitung ist ein hilfreicher Einstieg.

Die Rollenbesetzung ist eine Entscheidung mit großer Tragweite. In der ersten Probezeit sind Rollenwechsel üblich und notwendig, daher sollte man ruhig einmal mehrere Rollen probieren. Bei der Besetzung hat die Spielgruppe mit zu entscheiden. Es gibt zusätzlich auch pädagogische Gründe eine Rolle zu besetzen. Wichtig! Es gibt keine guten und schlechten Rollen, allerhöchsten gute und schlechte passende Schauspielerinnen (Besetzungen) und sehr viele schlechte Spielstücke.

Pausen sind wichtig Es ist schwierig sich längere Zeit auf eine Rolle zu konzentrieren. Entspannen und Austoben sind wichtige, spielerisch gestaltete Unterbrechungen. Für den produktiven Wechsel zwischen Proben und spielerischen Pausen braucht manals Spielleitung etwas Fingerspitzengefühl

Positives Klima schaffen Nur in einer emotional positiv getönten Gruppensituation ist effektive Probenarbeit möglich. Ärger, Wut, Niedergeschlagenheit und Angst sind die größten Feinde einer Theatergruppe. Die Spielleitung hat für gute Stimmung zu sorgen. Vorspielen ist wichtig Regieanweisungen sind oft nicht verständlich, daher ist es wichtig vorzuspielen und zu zeigen.

Fernwirkung beachten Die Spielleitung achtet von Anfang an darauf, dass das Spiel auch noch vom entferntesten Zuschauerplatz zu erkennen ist. Erhöhte Bühne, große Gesten und entsprechend gestaltete Requisiten sind oft unerlässlich und von vornherein mit in die Probenarbeit einzubeziehen.

Material steht zur Verfügung Die Spielleitung stellt der Gruppe ausreichend Material zur Verfügung. Dieses Material ist greifbar und überschaubar angeordnet, so das es nicht von der Probenarbeit ablenkt (z. B. Ständer mit Verkleidungssachen, Spiegel, evtl. Werktisch mit Wolle, Pappe, Kleber, Schere usw..)

Spielstruktur beachten Jedes Stück hat eine dramatische Struktur Handlungsablauf. Folgendes Beispiel ist auch für Kindertheatergruppen nachvollziehbar:

Einstieg: Rollen, Verhältnisse, Vorgeschichte werden vorgestellt.

Auftakt: Das Spiel beginnt mit einem anregenden Moment, die Spannung wächst.

Höhepunkt: Die Handlung wird dicht und spannend.

Abgang: Die Spannung wird aufgelöst, die Spannung fällt, der Abschied ist da. Besonders dieser Punkt wird anfangs oft vernachlässigt.

1. Kommen

2. Handeln

3. „Siegen“

4. Gehen

Die Spielleitung sollte unbedingt darauf achten, dass die Aufführungen beendet und nicht abgebrochen werden.

Nicht zu viele Rollen auf der Bühne Viele Handlungsträger gleichzeitig auf der Bühne verwirren Spielgruppe und Zuschauer. Wer nichts auf der Bühne zu spielen hat, muss heruntergespielt werden. Regel: Wer auf der Bühne ist, spielt immer mit.

Auf Rollenunterschiede achten Jede Rolle ist anders: wir neigen dazu, auf der Bühne ähnlich zu spielen (z. B. werden Stimme und Tonfall der Anderen gerne imitiert). Die Spielleitung muss darauf achten, dass die Schauspieler ihre verschiedenen Rollen durchhalten.

Das Spielstück in kleine Szenen (Spielschritte) einteilen Das Proben eines Theaterstückes geschieht in kleinen Handlungsabschnitten (Szenen), die nach und nach eingeübt und dann Stück für Stück zusammengeführt werden. Erst gegen Ende der Probenzeit sollte ein Durchlauf des gesamten Theaterstücks probiert werden. Während der Proben sollte eine Person (Souffleur, Erzähler oder ähnliches) den Handlungsbogen immer zugänglich machen können.

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Über Wolfgang Bort

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