Theaterspielen mit Gruppen – Einführung Teil 2

Die Bühne – das Theater

Es gibt gute Gründe dafür das Theater in einen Raum für das Theaterspiel (Bühne) und Zuschauerraum zu teilen. Durch den besonders gekennzeichneten und gestalteten Spielraum für die Spielgruppe erreichen wir folgendes:

Die Spielgruppe kann ihre Produktion relativ störungsfrei aufführen.

Die Spielgruppe wird von den Zuschauern als solche erkannt und gesehen

Durch die Strukturierung der Bühne wird die Aufführung beeinflusst,

Theater wird dadurch künstlerischer und kunstvoller.

Weniger ist mehr. Auf der Bühne nur das Nötigste.

Das Bühnenbild – die Kulisse

Der Bühnenraum wird durch Bühnenbild und Kulisse gestaltet. Wichtig ist es, diesen Raum durch kleine Ab- und Aufgänge, durch Versatzstücke, Trittleitern usw. zu strukturieren. Dies hilft den Spielern und Zuschauer sich zu orientieren. Durch eine aufwendige Dekoration kann das Spiel der Personen eher zugedeckt als hervorgehoben werden. Schon bei der Probenarbeit sollte die Brauchbarkeit der Kulisse geprüft werden. Von überflüssigen Teilen sollte man sich schnell trennen, sie stehen nur im Weg und verwirren.

Beleuchtung

Künstliches Licht ist bei Theateraufführungen im Raum oft wichtig. Manchmal reicht die normale Raumbeleuchtung nicht aus. Es empfehlen sich Strahler, die das Licht auf den gewünschten Punkt bringen. So wird der Bühnenraum oft heller beleuchtet als der Zuschauerraum. Es ist wichtig festzulegen, wann und wo das Licht an- und ausgemacht wird (Beleuchtungsplan). Dies sollte möglichst von einer Stelle und einer Person (Beleuchter) geleistet werden. AlleLampen und Leuchten (Strahler) werden heiß und haben nichts in der Nähe von spielenden und zuschauenden Mitmenschen zu suchen, evtl. auch Brandgefahr. Beleuchtungen müssen also eher an erhobenen Punkten angebracht werden.

Je mehr Technikeinsatz umso häufiger kann etwas schief gehen

Verkleidungen – Kostüme

Kostüme helfen uns in eine Rolle zu schlüpfen, die Verkleidung setzt unmittelbar kreative Energien frei. Schon bei den Proben macht das Verkleiden viel Spaß und ist von großer Bedeutung. Bei der Probenarbeit ist es in erster Linie wichtig, dass die Kostüme Ideen freisetzen, dass sie haltbar sind und Bewegungen nicht einschränken. Bei der Aufführung sollten die Kostüme gut zueinander passen, Fernwirkung haben und nicht am Spiel hindern. Zum Kostüm während einer Aufführung gehören dann auch passende Frisuren, Schuhe usw. Die Qualität der Kostüme sollte gut aufeinander abgestimmt sein. Lieber etwas sparsam bei der Kostümierung sein, als sich im Stil vergreifen. Wichtig ist, die Genauigkeit der Kostüme. Fehler werden von den Zuschauern oft sofort erkannt. Man sieht sich dann fest und achtet auf jedes Loch in der Hose. Oft reichen Andeutungen (Hut, Schürze, Schal auf neutraler Kleidung).

Im Kostüm muss man auch spielen können

Aktion – Bewegung – Aufgänge – Abgänge

Auch Theater mit „Laienspielern“ notwendigerweise an theatralische Grundüberzeugungen gebunden: -nichts auf der Bühne geschieht Absichtslos.

Dein Körper zeigt – spricht – macht deutlich. Bleibe in der Rolle, springe nicht heraus. Ein gesprochener Text ist nur ein geringer Teil der Botschaft „Theaterspiel“. Theater heißt: wir machen etwas für Zuschauer, nicht für Zuhörer. Was das Publikum zu Recht erwartet, sind handelnde Menschen, nicht nur eine originelle, reichlich ausgestattete Bühne. Hörspiele und Ausstattungstheater sind keine gemäßen Produktionsformen.

Organisatorische Tipps für die Aufführung

Jetzt kommt die aufregendste Zeit im Leben einer Spielgruppe, ihre Produktion wird vorgestellt. Die Spielgruppe hat ein Recht darauf zu zeigen, was sie kann. Sie hat einen Anspruch auf einen gefüllten Zuschauerraum. Für unsere TeilnehmerInnen hat hier die Spielleitung auch eine organisatorische Verantwortung, z. B.: – Das Stück passt zum Publikum. – in der Werbung wurden keine falschen Erwartungen geweckt. – Materialien sind vorhanden, geordnet und griffbereit. – HelferInnen stehen bereit und sind eingewiesen. – Bühne und Publikumsraum sind gestaltet. – Die akustischen Gegebenheiten sind geprüft. – Es entstehen keine unnützen Wartezeiten für Spielgruppe und Publikum. – Jeder hat Platz. – Für Heizung und Lüftung ist gesorgt. – Die schon verkleideten MitspielerInnen sollen nicht vorher schon im Publikum herum spielen und alle Überraschungen vorwegnehmen. – Die Technik ist nochmals ausprobiert worden.

Die Spielleitung gibt Beispiel vor und nach der Aufführung

Vor allen Dingen Gelassenheit, Ruhe und Sicherheit ausstrahlen. Hektische und nervöse Spielleitungen machen andere mit unruhig. Eine kleine gestaltete,  Einführung/Begrüßung hilft Zuschauern und der Spielgruppe einen Anfang zu finden. Vorgezogene Entschuldigungen, dass nur Laien spielen, dass vieles schief gehen könnte, dass um Nachsicht gebeten wird, sollten unterbleiben. So etwas diskriminiert die Spielgruppe und Spielleitung. Barsche Kritik, ständige Zurechtweisungen, besonders zur Schau getragener Drill und starke Lenkung vor und während der Aufführung werfen kein gutes Licht auf die pädagogischen Fähigkeiten der Spielleitung. Pannen sind oft Planungsfehler und nicht Schuld der TeilnehmerInnen, sie sollten auch deswegen nicht als Sündenbock herhalten. Aufregung und Angst vor Versagen ergeben Lampenfieber. Bei vielen hilft schon ein kleiner gemeinsamer Aufzug (Vorstellung) vor dem Auftritt – die DarstellerInnen haben dann schon einmal die Zuschauer gerochen. Auch bei der Generalprobe sollten ruhig einige Zuschauer vorhanden sein. So ist man etwas daran gewöhnt. Kurz vor und während der Aufführung geben ruhige und gelassene MitspielerInnen und Spielleitungen durch ihre Anwesenheit schon eine Stütze. Eine Spielleitung sollte schon bei der Probenarbeit auf besondere Lampenfieber gefährdete MitspielerInnen achten. Zu hohe Erwartungen an die Spielgruppe oder Fehlbesetzungen können Lampenfieber noch fördern. Gänzlich kann und sollte Lampenfieber nicht vermieden werden, es ist auch ein Zeichen von Energie und Spannungskraft.  Bei kleinen Spielpannen oder Versprechern sollte weiter gespielt werden, notfalls kurze Wiederholungen. Bei Textausfall oder wenn jemand

etwas nicht mehr weiter weis, kann ruhig deutlich und verständlich souffliert werden. Die Zuschauer stört das nicht. Wenn Kulissen umfallen, Gegenstände unerwartet fehlen, kann die Spielleitung ruhig und gelassen eingreifen. Manchmal ist es auch sinnvoll einfach weiter zuspielen, ohne den Schaden zu beheben. Wenn das Publikum zu unruhig ist oder zuviel fotografiert wird oder von außen zu viele Störungen kommen, sollte die Spielleitung eingreifen, auch da macht der Ton die Musik.

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Über Wolfgang Bort

Mitarbeiter der Spielwerkstatt Rhinozeros betreibt im Essener Unperfekthaus eine Kinder Kultur Werkstatt
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