Schattenspiel Theatergruppenarbeit Teil 5

Im Dunkeln ist gut munkeln

Spiele mit dem eigenen Schatten sind außerordentlich reizvoll. Der Zuschauer sieht flächige Gestalten, dadurch kann ein Spiel einfacher, klarer und deutlicher werden. Weitere Vorteile: Die SpielerInnen werden nicht unmittelbar gesehen. Häufig sind sie dadurch weniger aufgeregt und zeigen spontanere und sichere Darstellungen

Die Voraussetzungen für ein Schattenspiel sind relativ einfach zu schaffen und die Requisiten sind nicht teuer. Benötigt wird ein Raum, der abgedunkelt werden kann. Ein Schattenschirm (möglichst ein glattes, senkrecht gespanntes Leinentuch) und eine helle Lichtquelle (Diaprojektor, Halogenlampe, Tageslichtschreiber o. ä.) werden benötigt. Es ist zu beachten, dass zwischen Schattentuch und Lichtquelle genügend Abstand ist. Zu empfehlen ist eine Schattenschirmgröße, die vier SpielerInnen Bewegungen ermöglicht.

Bevor es zu Proben und Aufführungen kommt, sollten die TeilnehmerInnen erst einmal mit dem Medium Schattenspiel (hier Menschenschattenspiel) experimentieren. Einige spielen hinter dem Schattenschirm, andere beobachten, verbessern und ergänzen. Günstig ist anfangs auch ein „Rundlauf, so dass alle die Gelegenheit haben, zu spielen und zu beobachten. Oft wollen alle hinter den Schirm. Es dauert immer erst eine Zeit bis Schattenspielexperimente und Proben strukturierter ablaufen können.

 

Improvsationsaufgaben für zwei und mehr Spieler

Geht zu zweit, schleicht, wartet, lauft!

Geht hintereinander her wie Räuber, Tänzer usw.!

Versucht kleine Szenen zu stellen: begrüßen, heranwinken, aufeinander zugehen,

Zunge herausstrecken, boxen, streiten

Versucht Gefühle darzustellen: Erschrockenheit, Enttäuschung, Dankbarkeit, Erleichterung!

Verwendet nur Musik, Rhythmus und Geräusche.

Tanzt nun nach verschiedenen Musikstücken!

Spielt nun nach der Musik verschiedene kleine Szenen: Begrüßung, Abschied etc. !

Versucht nun andere Geräuscharten hinzuzunehmen, aber auch Musikinstrumente!

Gehe hin und zurück! Gehe betont langsam!

Versuche verschiedene Gangarten, z. B.: alter Mann oder alte Frau, Ungeheuer!

Probiere Kostümteile und Requisiten aus: z. B. Hut, Stock, Glas, Schleier!

Improvisiere einfache Tätigkeiten: winken, rauchen, trinken, nicken usw.!

 

Aufgaben für die Beobachter

Achtet darauf, dass die Spieler im „Gleichschritt“ gehen!

Achtet auf Gleichklang aller Bewegungen, lasst gute Versuche häufiger spielen.

Achtet darauf, dass die Teilnehmer wirklich miteinander spielen, dass die Zuschauer

es sehen können, dass keine überflüssigen Bewegungen gemacht werden!

Achtet darauf, ob solche Gefühlsbewegungen im Gesicht oder im Körper der Spielerinnen

sichtbar werden.

Achtet im darauf, dass Drehungen nur einzeln ausgeführte werden, gebt den Spielern

Rückmeldung, wie ihr die Übereinstimmung von Bewegung und Musik seht.

Achtet darauf, ob diese Szenen deutlich in Übereinstimmung mit dein Rhythmus der

Musik stehen!

Achtet darauf, dass Geräusche und Darstellungen übereinstimmen und dass das, was

die Spieler zeigen wollen, auch dargestellt wird!

Auf Arme und Armbewegungen im Schattenspiel achten!

Achtet bitte auf Umrisse, Hände, Arme und Bewegungen, ob sie verständlich sind!

Achtet wieder auf Umrisse, Überschneidungen, Haltungen!

Achtet wieder auf die Darstellung dieser Tätigkeiten, lasst ruhig einmal verschiedene

Leute verschiedene Tätigkeiten häufiger nacheinander spielen

Schattenbild ist Umrissbild

Die Silhouette jeder einzelnen Gestalt sollte sehr deutlich sein, denn nur durch verschiedene Silhouetten kann man verschiedene Menschen erkennen, daher sind Körperstellung, Kopf-, Arm- und Handhaltung besonders wichtig. Auch Kostüme müssen in ihren Umrissformen deutlicher werden. Hierzu sind Schleier, Spitzen, Manschetten und Hüte besonders geeignet.

Schattenspiel ist immer flächiges Spiel

jede Bewegung muss genau auf den Schatten abgestimmt sein, daher sind langsame und stilisierte, d. h. überbetonte Spielbewegungen besonders wichtig, weil sie am besten erkannt werden können. Schattenspiel ist oft Zeitlupenspiel

Auch Requisiten sind nicht dreidimensional, sondern zweidimensional darzustellen.

 Schattenspiel ist oft Spiel ohne Worte

Schattenspielerinnen stellen alles pantomimisch dar. Sprachlaute kann man ja nicht oder nur schwer erkennen. Mimik ist nicht möglich, nur Gesten lassen erkennen, dass man miteinander spricht.

Geräusche, auch Gespräche und Musik, gibt man bei einem Schattenspiel von außen ein (SprecherIn, Musikeinspielungen, Geräusche).

Schattenspiel wirkt durch rhythmische Darstellung jede bewusste Bewegung ist schon

Rhythmus. Besonders wichtig: Deutlich und verständlich wird ein Spiel immer dann, wenn diese rhythmischen Bewegungen mit den Geräuschen und der Musik über einstimmen.

Materialien zum Schattenspiel:

Tageslichtschreiber, diese eignen sich auch sehr gut für das Schattenspiel.

Der Tageslichtschreiber hat viele Möglichkeiten:

Farbige Folien bringen farbiges Licht.

Durch eine Folienrolle, die auf den Overheadprojektor gelegt wird, können Landschaft, Wolken, Schiffe, Wellen, Gesteine usw. vorbeiziehen, es können Trennwände entstehen. Komplizierte Kulissen können rasch „aufgebaut“ werden (Scherenschnitte). Alltägliche

Gebrauchsgegenstände (Zahnbürsten usw.) können zu Kulissen vergrößert werden. Personen und Gegenstände schweben herab oder lösen sich ins Nichts auf

Vorschläge für kleine Schattenspiele:

Tiere werden vorgestellt und erraten (Zoo, Bauernhof, Wald, Wasser)

Aus einer Kiste wird etwas herausgezaubert

Bekannte Menschen werden dargestellt und erraten la

Operation, verschiedene Gegenstände werden hervorgeholt

Zirkus (Säbelschlucker, Schlangenbeschwörer, Gewichtheber etc.)

Bestimmte Musikstücke oder Lieder werden gespielt

Ein Zahn wird gezogen.

Eine Puppe wird lebendig

Weitere Informationen:

http://www.kultur-kinder.de/theater_mit_till.htm

http://www.kinder-einer-erde.de/theaterinfo/theaterinfo.html

Im Essener Unperfekthaus http://www.unperfekthaus.de entwickelt die Spielwerkstatt Rhinozeros http://www.kultur-Kinder.de seit Jahren Fortbildungen und Aktivitäten im Bereich Spiel- und Kulturpädagogik. Wer lesen will kann Informationen nach schauen, Blog: https://spielpaedagogik.wordpress.com/

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Wer lieber Filmchen guckt: http://www.youtube.com/user/rhinocanal

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Über Wolfgang Bort

Mitarbeiter der Spielwerkstatt Rhinozeros betreibt im Essener Unperfekthaus eine Kinder Kultur Werkstatt
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