Gestalten – Kunst machen

Beispiele aus integrativen Gruppenaktivitäten, es sind Anregungen um Kunst zu machen.
Unsere TeilnehmerInnen sind Menschen der Tat, ihr Umgang mit den Dingen geschieht durch Tasten und Greifen, Fühlen, Riechen und durch Bewegung.
Durch Gestalten können sie sich selber darstellen,
sie bekommen Vertrauen zur eigenen Fähigkeit.
Durchhaltevermögen und Konzentration ist nötig,damit das Werk gelingt.
Sinnvoll begleiten heißt:
Anstöße geben, Produktionsformen (nicht unbedingt die Inhalte) anregen
Die TeilnehmerInnen und sich selbst daran gewöhnen Vorbereitungen und Nachbereitungen zu organisieren und dafür Zeit einzuplanen.
Sehr ordentliche „Werkstätten“ anbieten. Ein gut aufgeräumter Arbeitsplatz mit den übersichtlich geordneten Werkzeugen und ausgewählten überschaubaren Gestaltungsmaterialien.
Ständiges Aufräumen und Abfallbeseitigung ist sehr wichtig.
Vielen unserer TeilnehmerInnen hilft ein geordneter äußerer Rahmen
um an Gestaltungskraft zu gewinnen.
Wenn es von den körperlichen Möglichkeiten vorhanden sind, sollte beim Werken nicht gesessen werden
Beim Suchen und Finden von Gestaltungslösungen, unterstützen,
ausprobieren erleichtern.
Wichtig ist, dass die Begleiterinnen vorher selbst alles ausprobiert haben.

Die folgenden kurzen Produktionsbeschreibungen sind
als Anstöße und Anregungen gedacht. Oft sind am Ferienort einige Materialien
oder Werkzeuge nicht zu bekommen. Plant bitte genau 
und rechtzeitig vorher. Nehmt einen gut sortierten Kunstkoffer mit.
Weitere Anregungen findet Ihr hier: http://www.kultur-kinder.de/kulturwerkstatt.htm

Glasmalerei
Glasbilder üben einen eigentümlichen Reiz aus, die Farbe erhält durch das Medium Glas eine besonders hohe Leuchtkraft, man kann als Träger Glas, Plexiglashaube oder sogar aufgespannte durchsichtige Folie verwenden. Es ist oft sinnvoll, auf einem Stück Papier einen Bildentwurf in derselben Größe zu machen. Für die Glasmalerei eignen sich flächige Entwürfe. Die TeilnehmerInnen sollten mit feinen Haarpinseln arbeiten. Achtet dabei darauf, dass gleichmäßig aufgetragen wird.
Ein dickerer Auftrag ergibt dunkle glühende Farben. Durch aufgemalte schwarze Stege aus Tusche können die einzelnen Farbfelder getrennt werden,
dies erinnert an mittelalterliche Bleistege. Glasfarben sind sehr teuer,
eine billige Alternative sind PLAKA Farben.
Bewegte Bilder
Ihr braucht: 5×5 cm Glasscheiben (gibt es im Fotogeschäft), Tusche, Filzschreiber, Öl, Klebstoff, Kleinmaterial, Scheren, dunklen Karton, alter Diaprojektor. Es können farbige Dias durch beträufeln, bemalen und bespritzen oder Materialdias durch Scherenschnitte, Pflanzenteile, Textilien oder ähnliches erstellt werden.
Das wird zwischen zwei Glasscheiben gestaltet und diese werden dann zusammengeklebt.
Die Verbindung von Öl und Tusche, ermöglicht durch Hitzeeinwirkung eine Zeit lang Verlaufsbilder. Durch eingelegte licht undurchlässige Papiermasken können andere Effekte erzeugt werden. Viele Dias zu einer Tondiashow mit Musik zusammenzustellen sind eine reizvolle Möglichkeit der Präsentation.

Wunderbücher
Es werden Mappen mit 10 bis 20 DIN A 4 Klarsichthüllen angelegt.
Die Öffnungen werden nach dem Füllen zugeschweißt (Folienschweißmaschine)
Gefüllt werden die Wunderbücher mit verschiedenen und interessanten Dingen
z.B. Federn, farbigen Flüssigkeiten, Granulat Glasstückchen, Papiere usw.
Man kann auch Stege hinein schweißen.

Schwellköpfe
Großkopfmasken können die TeilnehmerInnen selber tragen und damit Umzüge oder Theaterspiele
veranstalten. Die Schwellköpfe werden den TeilnehmerInnen direkt über gestülpt oder Masken werden, durch Stangen verlängert, an Stangen  getragen. Es gibt zwei Grundformen: der Kartenkopf/ Eimer oder der Drahtkopf. Die einfachste Form ist der Karton/ Eimer Schwellkopf.
Ein fester Karton wird dem Gast: „angepasst“, evtl. Augen und Armlöcher ausschneiden, hervorstehende Teile aus Schaumgummiteilen ausschneiden und ankleben, evtl. mit Draht zusätzlich verstärken. Zusätzlich angebrachte bewegliche Teile erhöhen einen lebendigen Eindruck.
Der Schwellkopf aus Maschendraht ist schwieriger und braucht mehr Zeit und Fingerfertigkeit:
Die Grundform wir aus Maschendraht (Karnickeldraht) zurecht gebogen und geformt, dabei können Löcher mit der Drahtschere ausgeschnitten oder zusätzliche Anhebungen mit Draht angebracht werden. Dann wird das Gebilde kaschiert d.h.: Mit Kleister oder Latexfarbe wird eine Lage Zeitungspapier aufgetragen, dann eine Lage Packpapier, dann eine Lage dünner Stoff. Latex trocknet schneller als Kleister ist aber auch teuer. Mit weißem Latex wird dann grundiert und mit Abtönfarbe wird der Schwellkopf dann bemalt.

Pappmobil
Wellpappen, ein Material, welches in Unmengen kostenlos zu haben ist, recht leicht zu verarbeiten und zu färben ist, also sehr geeignet für viele Produktionen bei Freizeiten. Wellpappen schneidet man mit scharfen Scheren oder Messern und bemalt sie mit Abtönfarben.
Hier einige Anregungen zu der jede Menge Wellpappen gebraucht wird:
Pappstellagen
Trinkhalme passen oft genau in die Löcher der Wellpappen, dies ist eine einfache und schnelle Verbindung. Die Pappe wird in unterschiedlich lange Streifen geschnitten. Mit diesen Streifen und den Trinkhalmen können Gebilde konstruiert und erstellt werden. Schaschlikstäbchen, die in die Halme gesteckt werden, können zusätzlich verstärken. Bei den Konstruktionen ist darauf zu achten, dass Standfestigkeit am Boden erlangt wird.

Kleine Schnecken
Aus Pappstreifen werden kleine Schnecken gerollt. Eine Seite der Streifen ist mit Klebstoff versehen. Durch ein Gummiband wird die Spannung in der Schnecke, solange gehalten,  bis der Klebstoff getrocknet ist. Viele Schnecken werden dann auf eine, farbig kontrastierende Pappunterlage gelegt, geordnet und dann festgeklebt.
 
Große Schnecke
Aus großen Schnecken kann man Figuren zusammenfügen, die frei stehen können. Ein großes Stück Pappe bildet dann die Bodenfläche. Es können sogar größere Plastiken entstehen.

Mobile
Kleine Kunstwerke oder gesammelte Gegenstände werden mit Seilen und Fäden zu einem Mobile zusammen gefügt. Das Aufbauen und Ausgleichen eines größeren Mobiles braucht recht viel Erfahrung und Geschick.

Stabile
Aus Moltofil wird ein Sockel erstellt: Moltofil in ein mit Seife eingeriebenes Gefäß (Teller, Tasse, kleiner Eimer, Schüssel usw.) einfüllen und an trocknen (anbinden) lassen, dann stürzen und verschieden lange dünne Drähte vorsichtig in den Sockel stecken. Wenn die Masse hart geworden ist, kann man nun Bälle aufstecken und ankleben. Danach wird das Stabile farbig gestaltet.

Häuser bauen
Wohnhäuser
Grundgerüst eines Wohnhauses ist ein ausgemusterter vierbeiniger Tisch Um diesen Tisch herum wird nun von den Kindern ein „begehbares“ Haus gestaltet. Sie benötigen dazu Dachlatten, dünne Bretter, Holzreste, kleine Eisenwinkel, Schrauben, Nägel und Werkzeuge wie Hammer, Bohrer, Sägen, Schraubendreher, Raspeln usw. Die Tischplatte ist der Dachboden. Mit Löchern und kleinen Fenstern kann man Einblicke und Ausblicke schaffen. Wichtig ist es darauf zu achten, dass Ecken und Kanten abgerundet und entgratet werden. Zur anschließenden farbigen Gestaltung ist Holzbeize angemessen.

Bildhäuser
Das Bildhaus ist eine Mischung aus übergroßer hölzerner Laterne und beleuchteter Adventskalender. Ein Modellhaus aus Holz mit möglichst vielen Türen und Fenstern wird erstellt. In den verschiedensten Öffnungen werden Bilder eingepasst, die auf durchsichtigen oder transparenten Trägermaterialien (Glas, Plastik) aufgemalt werden. Eine Lampe in dem Haus sorgt für eindrucksvolle Bilder. Achtung: um Hitzestaus zu vermeiden, Luftlöcher im Dach einplanen.

Webhäuser
Aus Latten und Maschendraht wird ein Fachwerkhaus gebaut. In die einzelnen Zwischenräume aus Maschendraht kann nun hinein gewebt werden. Webmaterialien können sein: Wolle, Stoffstreifen oder Plastikstreifen, Naturmaterialien.

Gips
Gips ist leicht formbar, gut zu bearbeiten und haltbar. Mit anderen Trägerwerkstoffen (Holz, Maschendraht, Pappe, Papier, Alufolie, Stoffe, Plastikbehälter usw.) werden Gebilde erstellt. Diese bekommen eine mehr oder weniger dicke „Gipshaut“. Nach dem Trocknen kann man den Gips gut bemalen. Besonders einfach sind Gipsbinden zu verarbeiten, diese sind recht teuer. Sie haben allerdings ein Verfalldatum und wenn dies abgelaufen ist,  bekommt man dort wo sie üblicherweise gebraucht werden, sie vielleicht geschenkt. Achtung, Gips macht immer viel Dreck, sucht einen Ort, der verschmutzt werden darf.

Gipsfrühstück
Auf einem Pappteller werden Lieblingsspeise dekoriert. Die Grundformen werden aus zusammengeknülltem Papier hergestellt und mit Alufolie umwickelt, um sie endgültig und genauer zu formen. Die fertigen Gerichte und der Pappteller werden dann mit einer oder zwei Schichten Gipsbinden eingehüllt und mit Gips zusammengefügt. Es kann ein großes Buffet entstehen.

Menschen
Aus alten ausgestopften Bekleidungen können Menschen erstellt werden, die dann mit Gips ummantelt eigentümlich echt wirken können. Achtung: Auf den Schwerpunkt achten, sonst kippen die Figuren leicht.
Gemeinschaftsarbeiten

Nagelei
Aus Holz hergestellte Gebilde oder auf Holz gemalte Bilder werden zusätzlich mit Nägeln versehen. Dies gibt dem Werk eine zusätzliche Qualität.

Kordeldruck
Auf einen festen Karton werden mit Kordeln Muster und Figuren geklebt, dadurch entsteht eine Druckform. Mit einer Gummirolle (Linolschnitt) wird vorsichtig Druckfarbe aufgetragen. Danach ein Papier auf den Druckstock legen und andrücken und vorsichtig abnehmen – fertig.
Variante: statt Kordeln, andere Materialien (z.B. Gräser, Zweige, Blätter) nehmen.

Himmel Ei
Zuerst brauchst Du ein Ei aus Pappe, es soll etwa so groß sein wie ein DIN A 3 Blatt (Zeichenblock) Schneide das Ei  sauber aus. Du besorgst Dir einen größeren Spiegel, Farben und Pinsel, eine Palette (altes Brett) zum Mischen der Farben und eine Staffelei wären nicht schlecht. Jetzt kann es losgehen.
Suche Dir einen ungestörten Platz und lege den Spiegel auf die Erde oder eine kleine Kiste.
Du solltest im Spiegel nicht viel anderes sehen können als den Himmel, dann male. Du kannst ruhig warten und Dich für den richtigen Augenblick entscheiden. Besonders schön ist es, wenn Du mit mehreren TeilnehmerInnen zusammen Himmels Eier malst, auch mehrere Bilder zu unterschiedlichen Zeiten sind bestimmt sehr interessant.

Foliendrache
Aus schwarzer Folie wird eine interessante Form aufgemalt (Bär, Drache, Schiff usw.) und ausgeschnitten. Dabei sollte man die Folie doppelt legen an den Kanten werden nun die Folien mit einer Folienschweißmaschine zusammengefügt. Es geht auch mit Paketklebeband. Wichtig ist, dass es nirgendwo undichte Stellen gibt. An einer Stelle wird ein kleines Loch gelassen  Dort kann dann ein Ballaufpumpgebläse oder ein alter Staubsauger Luft in den Körper hinein blasen, bis er sich voll aufgebläht hat. Dann wird auch dieses Loch geschlossen. Bei sehr heißem Sonnenwetter sollte der Drache besser angebunden werden, sonst fliegt er davon.
Variante: Riesenwurm aus vielen dünnen Müllsäcken wird nach und nach mit gleicher Technik ein Wurm erstellt.

Bildung für Bildende Die Spielwerkstatt Rhinozeros bietet im Unperfekthaus http://www.unperfekthaus.de/projekte/spielwerkstatt-rhinozeros

und mobil vor Ort Spiel-und Kulturpädgogische Veranstaltungen an. Fortbildungen und Beratung sind besonders geeignet für MitarbeiterInnen aus Kindergärten, KITA’s, und der offenen Kinder- und Jugendarbeit, sie richtet sich auch an Schulen und andere Bildungseinrichtungen. Praxisnahe Anregungen für Leute, die etwas in Bewegung bringen wollen.

http://www.kultur-kinder.de/start.htm?fortbildung.htm

Wir haben für päd. Interessierte eine Fortbildungsthemen Befragung online gestartet. Bitte macht mit:

Gesichtsbuch: http://www.facebook.com/questions/10151859126895192/

oder Xing : https://www.xing.com/app/newsfeed?op=poll_detail;id=4980

Advertisements

Über Wolfgang Bort

Mitarbeiter der Spielwerkstatt Rhinozeros betreibt im Essener Unperfekthaus eine Kinder Kultur Werkstatt
Dieser Beitrag wurde unter Angebote, Arbeitshilfen, Freizeit und Ferien, Inklussion, Kulturwerkstatt, Werken und Gestalten abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.